Die derzeit trockene Witterung hat die maue Schneesituation nicht verbessert. Dafür ist die Lawinengefahr etwas zurückgegangen. Ab Sonntag steigen die Chancen auf etwas Neuschnee
Tourenverhältnisse
Die höheren deutschen Mittelgebirge sind weiterhin mit einer dünnen Schneedecke bedeckt. Diese ist aufgrund des Wechsels von Antauen tagsüber und Anfrieren in der Nacht mittlerweile recht hart.
In Bayerischen Alpen ist die Schneelage weiterhin unterdurchschnittlich. Dennoch sind durchaus einige Skitouren, wie zum Beispiel das Dürrnbachhorn (1776 m/ Chiemgauer Alpen) von Seegatterl aus möglich. Man muss generell nordseitige Touren aussuchen, die zu Beginn auf Forststraßen verlaufen. Am meisten Schnee liegt nach wie vor in den Allgäuer Alpen.
Wer zu Fuß unterwegs ist, muss unbedingt Grödel oder Spikes mitnehmen, da viele Wege vereiste Passagen aufweisen.
Auch in den Nördlichen Kalkalpen, sowie am österreichischen und schweizerischen Alpenhauptkamm liegt weiterhin unterdurchschnittlich viel Schnee. Vor allem im Felsblockgelände muss man bei der Abfahrt sehr gut aufpassen. Dann sind Skitouren zum Beispiel rund um die Lizumer Hütte oder in den Stubaier Alpen durchaus möglich. Günstig sind wegen der oft schlechten Schneequalität pistenmäßig eingefahrenen Ziele wie z.B. die Lampsenspitze (2875 m/ Sellrain). Mit etwas Glück kann man unterhalb der oft abgewehten Gipfelbereiche noch gesetzten Pulverschnee erwischen. Wie letztes Wochenende beispielsweise auf der Abfahrt von Hohen Kopf (2373 m/ Tuxer Alpen) zur Weidener Hütte.
Auch die Spaltenzonen der Gletscher sind weiterhin unterdurchschnittlich eingeschneit. Felsgrate sind im Umkehrschluss oft verhältnismäßig schneefrei.
Lawinenlage
Am Schweizer Alpenhauptkamm herrscht weiterhin eine erhebliche Lawinengefahr (Stufe 3). In Deutschland, Österreich und Südtirol wird die Gefahr seit Freitag als mäßig (Stufe 2) eingeschätzt.
In den kritischen Gebieten bleibt die Schneedecke oberhalb von etwa 2000 m störanfällig. Dort ist die Altschneedecke insgesamt ungünstig aufgebaut. Innenliegende Zwischenschichten sind weiterhin teilweise nur mäßig bis schwach zueinander verbunden. Setzungsgeräusche und Rissbildungen bestätigen nach wie vor die Störanfälligkeit. Zudem können ältere Triebschneeansammlungen in schattseitigen Hochlagen teilweise noch störanfällig sein.
Auch in Gebieten mit mäßiger Gefahr können Trockene Schneebrettlawinen können stellenweise durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst werden. Gefahrenstellen finden sich am Übergang von wenig zu viel Schnee, zum Beispiel bei der Einfahrt in Rinnen und Mulden.
Die Lawinengefahr nimmt weiter nur langsam ab.
Wochenendwetter
Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge wird der Freitag noch sonnig. Am Wochenende dominieren die Wolken und es können auch ein Schneeflocken mit dabei sein. Die Maximaltemperaturen liegen am Kahlen Asten (841 m) bei 1°C.
Im Harz und im Thüringer Wald gibt es ebenfalls mehr Wolken als Sonne. Am Brocken (1142 m) pendeln die Höchstwerte um -2°C.
Im Elbsandsteingebirge bringt das Wochenende einen Mix aus Sonne und Wolken. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) liegen die Höchstwerte zwischen -3°C am Freitag und 0°C am Sonntag.
Im Bayerischen Wald scheint am Freitag noch die Sonne. Das Wochenende wird eher wolkenreich. Die Höchsttemperaturen pendeln am Großen Arber (1456 m) um den Gefrierpunkt.
Im Schwarzwald verlaufen Freitag und Samstag freundlich. Am Sonntag ziehen mehr Wolken auf. Am Feldberg (1493 m) liegt die Höchsttemperatur zwischen 3°C am Freitag und 0°C am Sonntag.
Alpen: Am Freitag wird es an der Nordseite der Ostalpen leicht föhnig und es scheint zeitweise die Sonne. In den italienischen Ostalpen breiten sich Niederschläge mit einer Schneefallgrenze um 1200 m aus.
Am Samstag ziehen im Westen und Süden vormittags Wolken mit etwas Schneefall durch. Danach lockern die Wolken vorübergehend auf. Von den Kitzbühler Alpen ostwärts ist es föhnbedingt trocken und teils sonnig, allerdings um die Tagesmitte vorübergehend stärker bewölkt über Gipfelniveau. Die Nullgradgrenze liegt um 1800 m. Der Wind wird auf 2000 m bis zu 30 km/h stark.
Am Sonntag wird ebenfalls Wolkenstau und Neuschnee südlich des Hauptkammes erwartet. Auch der Hauptkamm steckt in Wolken, nördlich davon reißt die oft hohe Bewölkung föhnbedingt etwas auf. Vor allem im Westen könnte auch die Sonne einmal durchkommen. Bei mäßigem Wind gehen die Temperaturen etwas zurück.
In den Westalpen ist die gleiche Nord-Süd-Gegensatz des Wochenendwetters zu erwarten.
Fazit
Das Wochenende bringt in den Mittelgebirgen und nördlich des Hauptkammes zwar keinen strahlenden Sonnenschein, aber durchaus passables Tourenwetter. Überall dort wo Schnee liegt muss man für Bergwanderungen unbedingt Grödel und Spikes mitnehmen, da immer wieder mit vereisten oder harten Schnee-Passagen zu rechnen ist.
Fürs Skitourengehen braucht man nach wie vor entsprechende Erfahrung, um die derzeit machbaren Touren zu finden. Zudem ist eine gute Abfahrtstechnik angesichts der eher schlechten Schneequalität und der vielen freiliegenden Felsen wichtig. Und auch in den Gebieten mit Lawinenstufe zwei muss man im Hochgebirge unbedingt das Altschneeproblem im Hinterkopf behalten.
Größere Skihochtouren am Alpenhauptkamm sind wegen der, dort wahrscheinlichen dichten Staubewölkung eher nicht zu empfehlen.
Auch für das kommende Wochenende habe ich 15 Tourenvorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.
