Auf den König der Albula Alpen

Für die gesamte Skidurchquerung »Bündner Haute Route« braucht man je nach Variante fünf bis sechs Tage. Für alle die nur über ein verlängertes Wochenende verfügen, haben wir eine großartige Dreitagetour ausgetüftelt (und gerade unternommen), bei der an Tag zwei mit dem Piz Kesch der höchste und anspruchsvollste Gipfel bestiegen wird. Der dritte Tag präsentierte sich als ein unbekanntes und landschaftlich höchst eindrucksvolles Skitouren-Schmankerl mit noch einmal 1000 Höhenmetern: Bei der Abfahrt ins wilde Val Viluoch und dem Aufstieg zu, Piz Belvair waren wir an einem herrliche Samstag so gut wie alleine unterwegs.

Wie uns die sehr netten Wirt*innen von Chamanna d´Es-cha und Kesch-Hütte sagten, hatten viele Kund*innen storniert. Tatsächlich galt in den letzten Tagen dort (wie überall) Lawinenstufe 3.
Entsprechend vorsichtig waren wir unterwegs und verzichteten zum Beispiel auf den Gipfelhang des Piz Porchabella. Insgesamt erwiesen sich die Verhältnisse gerade auch bei nord- und nordostseitigen Abfahrten aber als erstaunlich stabil. In diesen Expoistionen gab es auch noch recht guten Pulverschnee, teils auf tragendem Harsch.
Die Verhältnisse am Gipfelanstieg zum Piz Kesch, den man natürlich zu Fuß macht, sind derzeit perfekt. Es gibt guten Trittschnee und auf den zwei, drei Kletterstellen (II UIAA) sind die Felsen trocken und größtenteils schneefrei.
Nur bei der Abfahrt vom Piz Belvair waren wir vom Skigenuss gestern schon etwas zu spät dran. Stichwort: Nasser Sulz statt schöner Firn. Lawinentechnisch war das dennoch kein Problem, da die Südhänge über der Alp Es-cha Dadour wenig Schnee haben. Ab der Alp kann man auf einer perfekten Rodelstraße ins Tal fahren.

WICHTIGER HINWEIS

Skihochtouren und Skidurchquerungen darf man bei Lawinenstufe 3 nur dann in Erwägung ziehen, wenn man sehr erfahren ist und sich vorab auf den jeweiligen Hütten gut über die aktuellen Verhältnisse erkundigt! Im Gelände muss man alle wichtige Aspekte wie Gefahrenzeichen (z.B. Wumm-Geräusche), die Uhrzeit (tageszeitlicher Anstieg der Lawinengefahr) oder den Schneedeckenaufbau in unterschiedlichen Höhenstufen und Expositionen gut einschätzen können.

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