Wenn es um steile Skitouren geht, dann wird gerne mal die magische Grenze von 50° ausgeworf. Einschlägige Foreneinträge verorten die gelegene Hochglück-Nordrinne im Karwendel in diese Neigungs-Liga. Man darf sie keineswegs mit dem weiter westlich gelegenen Skitourenklassiker Hochglück-Kar verwechseln, der deutlich leichter ist.
Ich war etwas skeptisch ob die Angebe stimmt und habe die Rinne an ihren steilsten Stellen mit dem Neigungsmesser der SnowSafe App gemessen. Und was soll ich sagen? Da kamen zweimal 49° und einmal 50° heraus. Und im Durchschnitt kann man für das tolle Rinnen-Abenteuer sicher 46° angeben.
Erstaunlicherweise war ich heute mutterseelenallein unterwegs, was die Spurarbeit im tiefen, gesetzten Powder nicht unbedingt leichter machte. Tatsächlich war es eine recht uferlose Wühlerei. Für die Abfahrt war das hingegen der absolute perfekte Schnee. Auch was die Sicherheit angeht, gerade wenn man alleine unterwegs ist.
Apropos auf den Gipfelanstieg vom Skidepot habe ich aus zeitlichen Sicherheitsaspekten lieber verzichtet. Denn bereits im Aufstieg rauschte gegen 10 h eine kleine Lockerschneelawine in der Rinne über mich. Was zu der Erkenntnis führte, dass es nicht verkehrt war, den Helm schon beim Anstieg anzuziehen.
Insgesamt ein grandioser Abschluss meiner diesjährigen Skitouren Saison.
… und wen es noch in den Ski-Zehen juckt: Man konnte heute noch bis etwas unterhalb der flachen und breiten Rampe (ca. 1600 m) unter der Eiskarlspitze abfahren. Bis ca. 2100 m gab es brauchbaren Pulverschnee. Darunter war der Schnee schon sehr weich, bzw. nass aber fahrbar. In der Früh gab es dort noch einen Harschdeckel.









