Zum Wochenende hin stabilisiert sich das Wetter wieder. Dennoch sollte man sicherheitshalber möglichst früh starten, da nachmittags gewittrige Schauer fast überall möglich sind.
Tourenverhältnisse
Nach den Niederschlägen und teilweise heftigen Gewittern der letzten Tagen muss man sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen auf Wiesenpfaden und Erdwegen mit rutschigen Wegverhältnissen rechnen. Vor allem in Tirol und in der Ostschweiz regnete es am heutigen Donnerstag stark. Es gab in den letzten Tagen auch weitere Murenabgänge. So ist beispielsweise derzeit der Sommerweg zum Westfalenhaus (Stubaier Alpen) nicht begehbar. Man soll als Zustieg den Winterweg benutzen.
In Bezug auf die Gletschersituation dürfte folgender Eintrag (19.8.) vom Fluchthorn Normalweg (Walis) exemplarisch sein: „Der Gletscher ist bis ca. 3300 m komplett aper. Danach wechseln sich Firnfelder und apere Stellen ab. (…) Es gibt viele offene Spalten, die aber umgangen werden können.“ Es gibt aber auch einige Beispiele, bei denen früher übliche Gletschertouren nicht mehr möglich sind. So ist der Abstieg über den Pfaffensattel (Stubaier Alpen) nach Süden aufgrund des Gletscherrückgangs nicht mehr möglich.
Solche wichtigen Hinweise zu Wegsperrungen, bzw. auch Wegverlegungen findet man z.B. auf alpenvereinaktiv.com, wenn man beim „Tourenplaner“ die Zusatzebene „Hinweise und Sperrungen“ anklickt.
Wochenendwetter
Mittelgebirge: In der Eifel und im Rothaargebirge verläuft der Freitag leicht bewölkt, am Samstag gibt es wiederholt teils gewittrige Schauer. Der Sonntag wird dann recht sonnig. Die Maximaltemperaturen sinken am Kahlen Asten (841 m) von 16°C am Freitag auf 13° am Sonntag.
Im Harz und im Thüringer Wald ist die Wetterentwicklung vergleichbar. Auf dem windigen Brocken (1148 m) sinken die Höchstwerte von 14°C und 10°C.
Auch im Elbsandsteingebirge ziehen samstags Schauer und Gewitter durch. Der Sonntag wird recht freundlich. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) fallen die Höchstwerte von 22°C auf 16°C.
Im Bayerischen Wald ist am Freitag mit Schauern und teils auch Gewittern zu rechnen. Das Wochenende soll freundlich verlaufen. Die Maximaltemperaturen pendeln am Großen Arber (1456 m) um 13°C.
Im Schwarzwald ist die Abfolge in etwa genauso. Am windigen Feldberg (1493 m) liegen die Höchstwerte ebenfalls bei 13°C.
Alpen: Am Freitag lässt der Südwestwind in den Ostalpen nach, dennoch bleibt das Bergwetter mit vielen Wolken und schlechten Sichten unbeständig. Besonders in den Nordalpen sowie in den Südalpen sind am Vormittag Regenschauer und Gewitter möglich, während es inneralpin zunächst trocken bleibt. Im Tagesverlauf nimmt die Schauer- und Gewitterneigung überall deutlich zu. Die Nullgradgrenze liegt bei 4200 m.
Am Samstag ist das Wetter in den Nordalpen und entlang des Alpenhauptkamms zunächst freundlich, während sich nachmittags die Schauer- und Gewitterneigung erhöht. Besonders in den Südalpen sind Regenschauer und Gewitter wahrscheinlich. Die Temperatur geht mit einer Nullgradgrenze von 3000 m bis 4100 m zurück.
Der Sonntag beginnt verbreitet mit sonnigen Abschnitten. Im Tagesverlauf bilden sich Quellwolken, wodurch die Schauer- und Gewitterneigung steigt. Besonders betroffen sind voraussichtlich die wieder die Südalpen. Auch in den Hohen Tauern können am Nachmittag einzelne Schauer oder Gewitter auftreten. In den übrigen Berggruppen dürfte es eher nur lokal zu Wärmegewittern kommen.
In den Westalpen ist ein ähnliches Wochenendwetter zu erwarten, wobei es am Samstag dort etwas sonniger sein dürfte.
Fazit
Sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen dürfte der Sonntag das beste Bergwetter bringen. Aber auch am Samstag kann man vielerorts bereits trocken unterwegs sein. Die wieder kühleren Temperaturen dürften dann auch für südseitige Anstiege wieder geeignet sein. Und da es recht windig sein kann, sind Mütze und Handschuhe im Rucksack – zumindest für höhere Zielen – keine schlechte Idee. Bis Samstag dürften viele Pfade noch rutschig sein. Teleskopstöcke und Schuhe mit gutem Profil sind daher für die Abstiege zu empfehlen.
Bis Sonntag dürften viele Felsen in den Nordalpen wieder abtrocknen, was (Sport)kletter:innen bestimmt freuen wird.
Wer Hochtouren unternehmen möchte, sollte sich weiterhin sowohl was die Gletscherbedingungen als auch eventuelle Steinschlaggefahren angeht vorab bei den jeweiligen Hütten erkundigen.
Und auch wenn die Gewittergefahr in den Nordalpen deutlich geringer sein dürfte. Als in den Südalpen ist ein früher Aufbruch zu empfehlen. Zudem sollte man am Tag der Tour den aktuellen Bergwetterbericht einholen.
Auch für das kommende Wochenende habe ich 15 Vorschläge auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt, wobei wir diesmal den Fokus auf Touren legen, die gut mit Bahn und Bus erreichbar sind.
