Bergbericht – So wird’s mam Wochenende



Auch wenn das Wetter nicht ganz stabil ist, verspricht das kommende Pfingstwochenende vor allem in den Bayerischen Voralpen gute Tourenbedingungen. Denn im Hochgebirge liegt weiterhin noch sehr viel Schnee.

Tourenverhältnisse

Dank der warmen Witterung ist der Schnee zumindest unterhalb von 1500 m weitgehend verschwunden. Weiter oben muss man aber in den Nordalpen vor allem schattseitig und in Mulden verbreitet mit großen Altschneefeldern rechnen. Wie gefährlich diese nicht nur wegen der Rutschgefahr sein können zeigt ein tragisches Unglück vom Dienstag im Gebiet Kleinwalsertal. Dort stürzten zwei Bergwanderer in ein Schneeloch und konnten nur noch tot geborgen werden.
Im Hochgebirge liegt wiederum (vor allem wegen des schneereichen Januars und kühlen Mais) außergewöhnlich viel Schnee. So wurden an der Zugspitze zum Monatswechsel 645 cm gemessen. Das ist die dritthöchste Schneehöhe im Mai seit Beginn der Messungen im Jahr 1901.
Im Sellrain entspricht die Schneesituation der ersten Juniwoche 2019 laut Gebietsexperten der einer ersten Maiwoche. Und auch am südlichen Alpenrand liegt in den Hochlagen noch viel Altschnee. Wie zum Beispiel in den Piccole Dolomiti wo am vergangenen Wochenende am Monte Carega ab 1900 auch südseitig noch weite Altschnneefelder zu queren waren.
Hier wie dort war die Schneequalität für letzte Skitouren wegen der hohen Temperaturen in den vergangenen Tagen eher schlecht. Meist fand man eher tiefen Nassschnee als festen Sommerfirn vor.
Andererseits weisen einige Hochtouren dank der noch gut verschneiten Spalten und dank dem oft guten Trittschnee an Graten derzeit recht gute Verhältnisse auf, wie z.B. der Kuffner- und Spinazpfeiler am Piz Palü.

Wochenendwetter

Der Freitag verläuft in den Ostalpen sonnig mit harmlosen Quellungen am Nachmittag. Im Westen kommt lebhafter Südföhn auf. Mehr Wolken und möglicherweise auch ein paar Tropfen gibt es im Bereich Bergell bis Bernina, den südlichen Ötztaler Alpen und im Bereich Friaul bis westliche Julische Alpen. Die Nullgradgrenze liegt bei 3400 bis 3600 m.
Am Samstag ist es von Nordbünden bis etwa zum Dachstein zunächst stark bewölkt und stellenweise regnet es etwas. Meist wird es aber bald trocken und im Tagesverlauf wahrscheinlich mit Ausnahme der Regionen nördlich der Hohen Tauern auch recht sonnig. Im Süden und Osten ist es sehr sonnig mit Quellungen am Nachmittag, Schauer bleiben die Ausnahme. Am Sonntag verstärkt sich der Südföhn wieder. Im Nordosten wird es sehr sonnig und heiß. Im Süden lockert Bewölkung zunächst auf. Ab etwa Mittag breiten sich vom Engadin Wolkenfelder und gebietsweise gewittrige Schauer bis zu den Allgäuer Alpen bzw. den Dolomiten aus.
In den Westalpen ist das Wetter bis Samstag ähnlich. Am Sonntag ziehen jedoch von den französischen Alpen ausgehend Wolken und Schauer bis zu den Berner Alpen.
Am Pfingstmontag und auch am Dienstag ist es in den Westalpen labil mit Schauern und Gewittern im Tagesverlauf, ganz im Westen teils schon in der Früh. In den Ostalpen erst sonnig, später erst im Südwesten Quellungen und gewittrige Schauer.

Fazit

Mit Ausnahme des Samstag Vormittag ist am Bayerischen Alpenrand und in den Nordalpen in den kommenden Tagen recht viel Sonne zu erwarten. Da es im Osten stabiler sein dürfte als im Westen empfehle ich als DAV Tour der Woche eine besonders schöne Wanderung in den Chiemgauer Alpen. Hier dürfte der Anstieg zur Gederer Wand bereits schneefrei sein.
Wer höher als 1500 Meter hinauf will, muss beim queren der verbreitet vorhandenen Altschneefelder vorsichtig sein und entsprechende Erfahrung und Ausrüstung mitbringen.
Und wer das Pfingstwochenende für eine mehrtägige Unternehmung nutzen möchte sollte sich ebenfalls eher in Richtung Nordosten orientieren, wobei zum Beispiel eine Durchquerung der Chiemgauer Alpen eine schöne Idee ist. Hierbei gibt es bezüglich Tal- oder Hüttenübernachtungen viele Variationsmöglichkeiten.
Pfingst-Bergurlauber die es ins Trentino oder Tessin drängt, müssen schließlich mit einem dort höheren Schauer-Risiko rechnen und werden auch an der Alpensüdseite noch große Altschneefelder oberhalb von etwa 1900 Metern anfinden.

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