Bergbericht – So wird’s am Wochenende

Die zweite Dezemberwoche hat auch den Bayerischen Alpen Schnee beschert, so dass jetzt auch nördlich des Inns hier und dort Skitouren möglich sind. Allerdings wird die Schneefallgrenze zum Wochenende hin leider wieder stark ansteigen.

Schneesituation

In den letzten Tagen hat es auch in den Bayerischen Alpen bis in die Tallagen geschneit. Am meisten Schnee ist dabei im Allgäu gefallen, wo z.B. die Messstation am Nebelhorn (2220 m) 123 cm Schneehöhe meldet. Weiter im Osten fielen die Neuschneemengen mit beispielsweise einer Schneehöhe am Brauneck (1485 m) von 57 cm deutlich niedriger aus.
Dennoch waren auch hier sowie am Spitzingsee mittlerweile Skitouren auf Grashängen bzw. im Pistengelände möglich. Generell fehlt allerdings am Alpenrand, sowie in weiten Teilen der Nordalpen eine gute Unterlage, weshalb man meistens noch nicht im Wald- oder Blockgelände abfahren kann. Zudem wird es dem Schnee in tieferen Lagen am Wochenende wohl wieder an den Kragen gehen.
Eine positive Ausnahme in Sachen Neuschnee stellt nördlich des Inns einmal mehr das Arlberggebiet dar, wobei man auch hier beim Abfahren gut auf zugeschneite Steine achten muss.
Nach wie vor sehr gut sind für Anfang Dezember die Schneehöhen am Alpenhauptkamm und insbesondere an dessen Südseite. Allerdings ist die Lawinengefahr im Vergleich zur zurückliegenden Woche angestiegen, wie wir weiter unten sehen werden.

Lawinensituation

Während die Lawinengefahr für Donnerstag in Tirol, Südtirol und im Bundesland Salzburg mit maximal Stufe 2 (mäßige Gefahr) angegeben wurde, lag sie weiter westlich höher.
Im Süden Vorarlbergs und in weiten Teilen der Schweiz wurde mit Stufe 2 eine erhebliche Lawinengefahr ausgegeben. Dort entstanden mit starkem Nordwestwind teils große, flächige Triebschneeansammlungen. Neu- und Triebschnee liegen an windgeschützten West-, Nord- und Osthängen auf einer aufbauend umgewandelten und lockeren Altschneeoberfläche. Lawinen können an dieser Schichtgrenze ausgelöst werden.
Vor allem in der Schweiz soll die Lawinengefahr zum Wochenende hin stark ansteigen und kann im Unterwallis und in den westlichen Gebieten des Nördlichen Alpenkammes sogar Stufe 4 (groß) erreichen. In Tirol und Südtirol wird ebenfalls ein (wenn auch nicht so großer)Anstieg der Lawinengefahr erwartet, denn auch hier werden neue Schneefälle mit starkem Wind einhergehen. Überall kann zudem im Verlauf des Samstags mit dem Regen die Gefahr von Nass- und Gleitschneelawinen in mittleren Lagen ansteigen.

Wochenendwetter

Am Freitag setzen in den Ostalpen von Westen her bei stürmischen Wind Schneefälle ein, die in den Weststaulagen von der Plattagruppe über Silvretta und Arlberg bis ins Allgäu am stärksten sind. Bis weit in den Nachmittag hinein trocken bleibt es vom Salzkammergut ostwärts, dafür sind die Schneefälle etwa vom Plöckenpass bis in die Julischen Alpen nachmittags ebenfalls recht kräftig. Im Westen und Südwesten trocknet es abseits der Weststaulagen nachmittags schon wieder ab. Die Schneefallgrenze liegt in den meisten Tälern, nur am Alpennordrand zunächst vorübergehend bei rund 1200 m.
Am Samstag herrscht schwerer Sturm mit orkanartigem Wind aus West bis Nordwest! Dazu zieht im Tagesverlauf entlang und nördlich des Alpenhauptkammes von West nach Ost erneut Schneefall durch. Nach Süden zu ist es trocken und halbwegs freundlich, hinter dem Schneefallgebiet lockert es auch im Norden teils noch sonnig auf. Die Schneefallgrenze steigt auf 1000 bis 1400 m. Am Sonntag ist es deutlich milder, trockener und freundlicher als zuvor. Der Westwind schwächt sich ab, in den Föhnregionen kommt aber kräftiger Südföhn auf.
Die Wetterverhältnisse sind in den Westalpen ähnlich, wobei die Schneefallgrenze generell etwas höher liegt.

Fazit

Vom Wetter verspricht der Sonntag die besten Wetteraussichten. Da es zum jetzigen Zeitpunkt noch unsicher ist wie weit hoch und wie stark es genau in die Schneedecke am Samstag regnen wird, empfehle ich als DAV Tour der Woche zwei Alternativen:
Für Skitourengeher dürfte sich mit etwas Glück der Rauhkopf am Spitzingsee noch ausgehen. Allen die lieber auf (wahrscheinlich) nassen Schnee verzichten möchten, empfehlen wir wiederum eine schöne Wanderung im Alpenvorland.
Alternativ ist auch ein zweitägiges Skitouren-Wochenende am Tiroler Alpenhauptkamm durchaus möglich, weil bereits der Samstag inneralpin durchwegs trocken verlaufen soll. Allerdings muss man den zu erwartenden Anstieg der Lawinengefahr im Blick haben und sich Touren aussuchen, die auch bei einer erheblichen Lawinengefahr zu verantworten sind.

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