Bergbericht – So wird’s am Wochenende

Die kommenden Tage bringen in den Bergen eher weißes Winter- als goldenes Herbstwetter. Am wieder sonnigeren Sonntag sollte man daher eher niedrige Gipfelziele anvisieren.

Tourenverhältnisse

Auch wenn der Schnee der vergangenen Wochen bis etwa 2200 m immer wieder abschmolz, kam anderseits auch in dieser Woche wieder Neuschnee bis etwa 1500 m Meereshöhe hinzu. So liegen die Werte der automatischen Messstationen am Nebelhorn (Allgäuer Alpen, 2057 m) derzeit bei 51 cm, am Osterfelder (Wetterstein, 1800 m) bei 14 cm und auf der Muttekopfhütte (Lechtaler Alpen, 1935 m) bei stolzen 65 cm. Auch südlich des Alpenhautkamms ist es winterlich. Hier liegen z.B. in den Pragser Dolomiten auf 2000 m um die 40 bis 50 cm Schnee.

Alles in allem konnte man am heutigen Donnerstag noch bis etwa 1500 m schneefrei unterwegs sein, wobei die Schneefallgrenze in den kommenden Tagen darunter liegen soll.

Überall muss man wegen der feuchten Herbstwitterung mit feuchten und rutschigen Wegverhältnissen rechnen. Auch Felspassagen sind derzeit mehrheitlich feucht.

Im Hochtourengelände zeigen sich die Gletscher hochwinterlich. Hier findet man z. B. am Pitztaler Gletscher auf etwa 2800 Metern eine bereits gesetzte Schneedecke von ca. 50 cm vor. Natürlich sind aber die Spaltenzonen noch keineswegs ausreichend eingeschneit.
Und auch die Lawinengefahr ist im Hochtourengelände bereits ein wichtiges Thema. Hier gab es bereits zwei Unglücksfälle an der Königsspitze (27.9.) und am Großvenediger (13. 9.). Bei beiden Abgängen analysierten die Experten das Gefahrenmusters 4 (kalt auf warm). D. h. dass eine zuvor feuchte Altschneefläche aufgrund eines Temperatursturzes zu einer harten Eisschicht gefror, auf der die darauf folgenden Neuschneemengen abgleiten konnte.

Wochenendwetter

Am Freitag dreht der Wind in den Ostalpen auf Nordost, damit ist der Süden wetterbegünstigt. Entlang und nördlich des Alpenhauptkammes ist es anhaltend trüb und nass mit wiederholtem Regen bzw. ab etwa 1300 m Schneefall. Weitere 5 bis 15 cm Neuschnee kommen zusammen, wobei der Schwerpunkt in den Tauern , sowie zwischen Chiemgauer Alpen und Dachstein liegt. Der teils lebhafte Wind lässt die ohnehin tiefen Temperaturen auch in den freundlichen Regionen noch kälter erscheinen.
Entlang und nördlich des Alpenhauptkammes beginnt auch der Samstag mit Wolken, Nebel und leichten Niederschlägen. Schnee fällt dabei teils unter 1200 m. Tagsüber trocknet es vom Wipptal westwärts ab, dort sind sonnige Auflockerungen zu erwarten. Im Norden und Osten bleiben diese dagegen rar. Auf einen freundlichen Tag kann man sich auf der Alpensüdseite einstelen, aber auch hier bleibt es ziemlich kühl.
Am Sonntag setzt sich von Westen her Hochdruckeinfluss durch. Im Süden und im Westen beginnt der Tag, abgesehen von ein paar Nebelfeldern, klar oder gering bewölkt. Zögerlicher verläuft die Wetterbesserung vor allem zwischen Chiemgauer und Ennstaler Alpen. Hier halten sich immer noch dichte Wolken und am Vormittag sind auch noch letzte schwache Schauer dabei.
In den Westalpen herrscht am Freitag ähnlich durchwachsenes Bergwetter. Dafür wird es westlich des Rheins schon am Samstag deutlich freundlicher als in den Ostalpen.

Fazit

Die kommenden zwei Tage eignen sich eher für wetterfeste Tourengeher, die den Wunsch haben ihre Nase in frische Winterluft zu stecken.
Am Sonntag macht eine Bergtour hingegen schon großen Sinn. Allerdings muss man ab etwa 1500 m mit Schneekontakt rechnen. Ich empfehle daher als DAV Tour der Woche eine schneefreie Wanderung im Alpenvorland die sehr gut mit dem Zug zu erreichen ist.
Wer hingegen höher gelegene Ziele ansteuert, muss unbedingt gut imprägnierte und warme Bergschuhe mit gutem Profil anziehen und auch Teleskopstöcke mit dabei haben. Zudem ist wegen der niedrigen Temperaturen auf ausreichend warme Kleidung zu achten. Oberhalb von 1800 bis 2000 m können auch Schneeschuhe bereits großen Sinn machen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die Latschenzonen um diese Jahreszeit noch nicht ausreichend eingeschneit und gleichzeitig aufgrund von manchmal nieder gedrückten Ästen schwerer zu durchqueren sind.
Und für ein durchgängig sonniges Bergwochenende muss man sich schließlich auf die Alpensüdseite oder in Richtung Westalpen begeben.

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