Bergbericht – So wird’s am Wochenende

Derzeit stehen die Schneeverhältnisse der deutschen Bergregionen gewissermaßen Kopf. Während Teile der Mittelgebirgen in den vergangenen Tagen teilweise unter Schnee versanken, ist die Schneelage am Deutschen Alpenrand trotz eines gewissen Neuschneezuwachs für Februar eher unterdurchschnittlich. Der DAV Bergbericht bezieht sich weiterhin nur auf deutsche Gebirgsgruppen.

Schneeverhältnisse

Vor allem die nordöstlichen deutschen Mittelgebirge haben während der zurückliegenden markanten Grenzwetterlage viel Schnee abbekommen. So liegen die Schneeehöhen im Harz am Wurmberg (971 m) bei 80 cm Schnee und immerhin noch 50 cm im Tal (auf 570 m). Im Erzgebirge werden aus Oberwiesenthal sogar 85 cm im Tal gemeldet.
Im Süden Deutschlands hat die Schneelage hingegen erst durch Regen, dann wegen frühlingshafter Temperaturen gelitten. So werden im Schwarzwald in Bernau (auf immerhin 900 m) nur noch 10 cm gemessen. Auf dem Feldberg Gipfel liegen hingegen weiterhin üppige 130 cm.

Leicht verbessert hat sich die Schneelage in den letzten zwei Tagen am Bayerischen Alpenrand. Hier sind die Messwerte an den automatischen Stationen des Bayerischen Lawinenwarndienstes um durchschnittlich 10 cm angestiegen. Am Spitzingsee werden beispielsweise auf 1100 m 50 cm gemeldet. Generell sind dort also Skitouren von möglichst hoch gelegenen Ausgangspunkten gut möglich. Weiter unten sollte der Routenverlauf nordexponiert sein und zu Beginn auf Forststraßen oder im Pistengelände verlaufen. Nach wie vor am meisten Schnee liegt in den Allgäuer Alpen. Vor allem im Osten der Bayerischen Alpen ist die Schneelage geringer, wo z. B. in den Berchtesgadener Alpen die Latschenzonen nach wie vor nicht gut eingeschneit sind.
Zudem gibt es so gut wie überall auch in höheren Lagen vor allem südseitig apere Hänge und Bergrücken, nämlich dort wo der lockere Neuschnee teils stark verblasen wurde … was zur Lawinenlage überleitet.

Lawinensituation

Die Lawinengefahr wird in höheren Lagen des bayerischen Alpenraums verbreitet als mäßig (Stufe 2) eingestuft. Das Hauptproblem sind frische, geringmächtige Triebschneeansammlungen. Diese können bereits vom einzelnen Skifahrer ausgelöst werden. Gefahrenstellen liegen oberhalb 1800m, im Osten oberhalb 1600m, im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Südwest sowie in eingewehten Rinnen und Mulden. Ausgelöste Lawinen erreichen mittlere Größe, wenn tiefliegende Schwachschichten gestört werden.
Daneben sind vereinzelt an sehr steilen Grashängen unterhalb 1800m Gleitschneelawinen möglich. Gleitschneelawinen können im Allgäu mittlere Größe erreichen.
An dieser insgesamt eher günstigen Situation wird sich in den kommenden Tagen dank des kalten Winterwetters wenig ändern.

Wochenendwetter

In der Eifel und im Sauerland wird in den kommenden Tagen viel Sonne bei lebhaften Wind erwartet. Die Höchsttemperaturen steigen auf dem Kahlen Asten (841 m) von -9°C auf – 5°C. Nach letztem Schnee am morgigen Freitag scheint auch im Harz die Sonne. Auch hier steigen Temperaturen und zwar am Brocken (1141 m) bis -6°C an.
Im Elbsandsteingebirge werden vor allem am Samstag mehr Wolken als Sonne erwartet, Die Temperaturen liegen bei -5°C.
Im Schwarzwald scheint hingegen bei lebhaftem Wind am Wochenende die Sonne, wobei die Temperatur auf dem Feldberg (1493 m)bis Sonntag auf maximal -7°C klettert.
Sonne satt gibt es auch in der Fränkischen Alb. Die Temperaturen steigen von -4°C auf 1°C am Sonntag.
Im Bayerischen Wald wechseln sich Sonne und Wolken in den kommenden Tagen bei Wind ab. Die Temperatur auf dem Großen Arbers (1455 m) steigt von -13°C auf -9°C.

In den Bayerischen Alpen wird schließlich viel Sonne von Freitag bis Sonntag erwartet. Bei hochwinterlichen Temperaturen mit Werten auf 2000 m zwischen -17°C bis -10°C soll vor allem am Samstag ein starker Nord- bis Nordostwind wehen, der sich zum Sonntag hin ein wenig abschwächen könnte.

Fazit

Vom Wetter her kann man sich fast überall auf ein traumhaftes Winter-Wochenende in den Bergen freuen. Allerdings ist unbedingt der Windchill Effekt zu berücksichtigen. So kann die gefühlte Temperatur auf 2000 m am Samstag bei -25°C liegen. Man muss sich also wirklich warm anziehen.
Auch die Lawinenlage lässt vielfältige Tourenmöglichkeiten zu, erfordert in den Hochlagen aber durchaus Erfahrung.
Allerdings sind die Schneehöhen nicht überall am Alpenrand für Skitouren vom Talboden aus ausreichend. Man sollte daher möglichst hoch gelegene Ausgangspunkte anvisieren. Zudem liegt unter der dünnen Neuschneeauflage eine sehr harte und unregelmäßige Altschneedecke. Im Zweifelsfall sind Schneeschuhwanderugen eie gute Alternative.
Nach wie vor muss man sowohl auf der Anreise als auch auf Tour die bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen einhalten und somit auf große Abstände achten.

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