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Weekend Report 17. bis 19.3. 2017

Wettersturz am Samstag
Nach einem schönen Freitag, werden sich die Lawinenverhältnisse am Samstag drastisch ändern.

Lawinensituation
Am Donnerstag gaben alle deutschsprachigen Lawinenlageberichte eine mäßige Lawinengefahr aus.
Allerdings ist, wie ein tragisches Unglück mit vier Toten und einer riesigen Lawine am gestrigen Mittwoch in den Zillertaler Alpen zeigt, die Altschneeproblematik weiterhin vorhanden.
Problembereiche konzentrieren sich unverändert auf sehr steile, bisher wenig befahrene Schattenhänge oberhalb etwa 2200m Metern.
Vor allen in Übergangsbereichen von wenig zu viel Schnee können dort durch große Zusatzbelastung Schneebrettlawinen ausgelöst werden. Da die Lawinen in bodennahen, zusammenhängenden Schwachschichten brechen, erreichen diese mitunter auch größeres Ausmaß.
Ansonsten ist auch am morgigen Freitag im Tagesverlauf auf die oberflächige Durchfeuchtung der Schneedecke in extrem steilen, besonnten Hängen in tiefen und mittleren Höhenlagen zu achten.
Am Samstag soll die Lawinengefahr mit ergiebigen Neuschneefällen und starkem Wind deutlich ansteigen.

Schneesituation
In den Nordalpen schmilzt der wenige Schnee dank des warmen Wetters weiter dahin. So sind südseitig kaum noch Touren möglich. In hochgelegenen Ausgangspunkten wie zum Beispiel dem Tannheimer Tal oder rund um Berwang, sind nordseitige Touren aber noch gut möglich. Dort sind durch die letzte Niederschlagsperiode die Latschenzonen endlich ausreichend eingeschneit.
Verbreitet liegen allerdings große Nasschneelawinen auf den Anstiegen, die man umgehen oder auch queren muss.
Bei ost- und südseitigen Firntouren muss man auch am Freitag wegen der hohen Temperaturen sehr früh abfahren, um guten Schnee zu erwischen.
Am Alpenhauptkamm hat sich die Schneelage in den letzten Wochen verbessert, wobei man aber immer noch auf ungenügend eingeschneite Felsblöcke achten muss.

Wochenendwetter
Der Freitag bringt noch einmal sonniges Bergwetter. Lediglich der Wind wird in Kammlagen deutlich an Stärke zulegen, vor allem an der Alpennordseite.
Am Samstag sorgt eine Kaltfront für einen Wettersturz mit teils stürmischen Winden. Bis Sonntag sind entlang der Alpennordseite ergiebige Neuschneemengen zu erwarten. In Summe sind über ein halber Meter Neuschnee möglich, der vom Sturm erneut stark verfrachtet wird. Die Schneefallgrenze liegt zu Beginn des Niederschlags bei rund 1000m und steigt bis Sonntagnacht auf 1700m. Am Sonntag kommt es von Westen her zu einer Wetterberuhigung.
Generell wetterbegünstigt bleibt die Alpensüdseite, wobei auch dort Wolken nicht auszuschließen sind.
In den Westalpen ist die Situation ähnlich, wobei es dort aber am Sonntag von Westen schneller auflockern wird.

Fazit
Wer kann, der sollte gleich den morgigen Tag nutzen und möglichst früh starten, um schönen Firn zu erwischen. Der Samstag eignet sich dann eher fürs Aufräumen oder Einkaufen. Wer am Sonntag den gefallenen Neuschnee antesten will, darf das höchstens an absolut lawinensicheren Skitouren-Zielen tun.
Und wer drei Tage Zeit hat, weicht am besten auf eine Region deutlich südlich des Alpenhauptkamms (wie z.B die Adamello Gruppe) aus.

(Stand 16.3. – 16 h)

Wichtiger Hinweis: Gerade kommendes Wochenende muss man den aktuellen Lawinenlagebericht und die neuesten Wetterprognosen besonders abchecken. Denn beides kann sich schneller ändern als einem lieb ist!

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