Bergbericht – So wird’s am Wochenende

Nach dem vergangen, vergleichsweise stabilen Bergwetter bringen die kommenden Tage vor allem nachmittags Regenschauer und das eine oder andere Gewitter. Deshalb sollte man möglichst früh in den Bergen unterwegs sein.

Tourenverhältnisse

Dank des guten Wetters der vergangenen Tage sind auch erdige Wegpassagen und Wiesenhänge wieder weitgehend abgetrocknet. Bis auf etwa 2000 Meter wird man zudem keinen Schnee mehr antreffen.
Oberhalb davon sind die Verhältnisse in Sachen Altschnee aber (der Jahreszeit entsprechend) sehr unterschiedlich und von der Exposition und Topografie abhängig.
Während am 24. 6. z. B. auf dem Zustieg zum Heilbronner Weg (Allgäuer Alpen) im nordseitigen Bockkar ab etwa 2200 m große (und gestern früh harte) Altschneefelder lagen, war im Gegensatz dazu der deutlich höhere Jubiläumsgrat (Wettersteingebirge) zu großen Teilen schneefrei.
Am österreichischen und Schweizer Alpenhauptkamm wird wiederum oberhalb von etwa 2700 m von noch recht winterlichen Tourenverhältnissen berichtet. Dort ist beispielsweise der Ochsentaler Gletscher am Piz Buin (Silvretta Gruppe) noch „gut eingeschneit“. Und an den Nordpfeilern des Piz Palü (Bernina Gruppe) muss man sich derzeit noch durch recht viel Schnee „wühlen“.
Kletterer konnten sich schließlich in den letzten Tagen über weitgehend trockene Felsverhältnisse freuen, was sich aber bereits morgen ändern dürfte und uns zu den Wetteraussichten bringt.

Wochenendwetter

Der Freitag beginnt in den Ostalpen stark bis aufgelockert bewölkt und es beginnt rasch zu quellen. Schon am Vormittag sind im Allgäu, im Vorarlberger Raum und in Tirol erste Schauer bereits möglich, auch sonst nicht völlig ausgeschlossen. Am Nachmittag sind über weite Teile der Ostalpen einige Regenschauer und vor allem entlang der Nordalpen sowie beidseitig des Hauptkammes auch Gewitter zu erwarten. Dennoch wird es auch am Nachmittag nicht flächendeckend und andauernd regnen, zwischen den Schauern gibt es auch längere trockene Abschnitte mit etwas Sonne. Die Nullgradgrenze liegt zwischen 3600 und 3800 m.
Am Samstagvormittag scheint noch meist die Sonne bei ein paar lockeren Quellwolken, es wird tendenziell etwas stabiler und verbreitet freundlicher starten. Dennoch bleibt die Luftmasse labil und am Nachmittag sind in den gesamten Ostalpen gewittrige Schauer nirgends auszuschließen.
Auch der Sonntag beginnt sonnig mit Regenschauern und Gewittern in der Folge. Diese setzen im Nordwesten als erstes ein. Verstärkt durch eine näher kommende Kaltfront kann es zu heftigen Regengüssen in Zusammenhang mit den Gewittern kommen. Auch im Süden ist die Gewitteraktivität nicht zu unterschätzen auch wenn sie hier weniger verbreitet auftreten.
In den Westalpen sind die labilen Wetterverhältnissen ähnlich. Nur in den französischen Seealpen soll es deutlich weniger schaueranfällig sein.

Fazit

In den kommenden Tagen sollte man möglichst frühzeitig unterwegs sein und keine allzu langen Touren planen, da nachmittags verbreitet Gewitter zu erwarten sind. Das gilt ganz besonders für exponierte Bergtouren. Zudem muss man oberhalb von etwa 2200 m vor allem nordseitig noch mit Altschneefeldern rechnen.
Da es im Berchtesgadener Land etwas weniger gewitteranfällig sein dürfte als im Allgäu, empfehle ich als DAV Tour der Woche eine sehr abwechslungsreiche Rundtour im Lattengebirge. Zudem möchte ich auf den Bergsteigerbus in die Eng aufmerksam machen, dessen Frequenz heuer noch erweitert wurde und der direkt zum Ausgangspunkt auf das Satteljoch fährt. Diese beiden Touren sind bestimmt schneefrei. Allerdings sollte man auf jeden Fall eine regenfeste Ausrüstung mit dabei haben.

Wer trotz der Gewittergefahr eine Hochtour am Alpenhauptkamm ins Auge fasst, muss noch früher unterwegs und sollte möglichst gegen Mittag wieder auf der Hütte sein. Hierbei ist zu beachten, dass die teils noch hohe Schneelage auf den Gletschern das Tempo deutlich einschränken kann.

Last but not least sollten Kletterer in den kommenden Tagen auf lange Mehrseillängen- oder gar Grattouren zu verzichten und dafür kürzere Sportkletter-Routen beispielsweise am Bayerischen Alpenrand anvisieren.

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