Bergbericht – So wird’s am Wochenende


Auch am Wochenende hält die markante Grenzwetterlage noch an. Während es im Nordosten eher winterlich ist, steigen die Temperaturen im Süden bei Föhnlage auf frühlingshafte Werte. Nach wie vor behandelt der DAV Bergbericht aufgrund der Reisewarnungen nur deutsche Gebirgsgruppen.

Schneeverhältnisse

Der Regen und die extrem milden Temperaturen haben vor allem im Südwesten die „weiße Pracht“ stark abschmelzen lassen. So beginnt die geschlossene Schneedecke im zuvor tief verschneiten Schwarzwald mittlerweile oft erst ab 900 m. Im Harz liegt diese Grenze hingegen bei etwa 500 m.
Auch im Bayerischen Alpenraum hat die Schneedecke stark gelitten. Dennoch sind Skitouren noch möglich. Zumindest dann wenn diese in tieferen Bereichen auf (nach wie vor nicht in Betrieb befindlichen) Skipisten oder Forststraßen verlaufen.
Auch in den höheren Lagen ist die Schneedecke deutlich zurückgegangen. So wurden beispielsweise am Herzogstand (Messstation Fahrenberg 1575 m) Mitte Januar noch mehr als 130 cm, heute morgen aber nur noch 90 cm Schneehöhe gemessen.
Überall ist die Schneedecke bis in Lagen von etwa 1700 m stark durchfeuchtet. Oberhalb davon findet man wiederum oft verblasene Verhältnisse oder windgepresste Harschdeckel vor.

Lawinenverhältnisse

Im bayerischen Alpenraum herrscht verbreitet eine erhebliche Lawinengefahr Nur in den Bayerischen Voralpen und in den Chiemgauer Alpen wird eine mäßige Gefahr angegeben.
An Hängen aller Expositionen können sich zu jeder Tages- und Nachtzeit kleine bis mittelgroße, im Allgäu auch große Gleitschneelawinen lösen. Gefahrenstellen befinden sich unterhalb 1800 m vor allem an steilen Wiesenhängen.
In sehr steilem Gelände ist zudem in mittleren und hohen Lagen mit Selbstauslösungen von kleinen und mittelgroßen, feuchten und nassen Lockerschnee- und Schneebrettlawinen zu rechnen. In den schneereichen westlichen Regionen und in den Berchtesgadener Alpen können diese Lawinen oberhalb von 1800 m groß werden.
Außerdem kann Triebschnee in den Hochlagen kammnah und in eingewehten Rinnen und Mulden mit geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden und zu großen Schneebrettlawinen führen, wenn tiefere Schichten gestört werden.
Zum Wochenende hin soll die Lawinengefahr langsam zurückgehen.

Wochenendwetter

In der Eifel wird ein regnerisches Wochenende erwartet die Temperaturen liegen um . Die Temperaturen pendeln um 6°C.
Im Sauerland soll der Regen auf den Gipfeln am Samstag in Schnee übergehen. Die Temperaturen fallen auf dem Kahlen Asten (814 m) bis Sonntag auf -3°C.
Im Harz soll es am Brocken (1141 m) von Freitag bis Sonntag bei viel Wind schneien. Die Tageshöchsttemperaturen sinken dort zum Sonntag hin auf -5°C.
Im Elbsandsteingebirge geht der Regen auch allmählich wieder in Schnee über. Die Tageshöchsttemperaturen sinken von 6°C am Freitag auf 0°C am Sonntag.
Weiterhin sehr mild ist es im Schwarzwald, wo am Samstag auf dem Feldberg (1493 m) bei Sonne 10°C erwartet wird. Zum Sonntag hin wird es bewölkter und die Temperatur fällt auf 0°C.
Eher regnerisch ist es am Wochenende in der Fränkischen Alb. Die Temperaturen sinken von 7°C auf 2°C am Sonntag.
Im Bayerischen Waldes fällt in den Täler am Freitag und Sonntag Regen am Gipfel des Großen Arbers (1455 m) bei Temperaturen um 4°C hingegen Schnee. Am Samstag könnte ein wenig Sonne herauskommen.

In den Bayerischen Alpen ziehen am Freitag mit lebhaftem West- bis Südwestwind hohe Wolkenfelder durch, die den Sonnenschein dämpfen. Die Berge sind aber wolkenfrei. Dazu wird es noch etwas milder, die Nullgradgrenze steigt auf 2700 m. Am Samstag wird es bei starkem bis stürmischem West- bis Südwestwind verbreitet sonnig, es ziehen aber immer wieder höre Wolkenfelder durch, die im Westen am dichtesten ausfallen dürften. Es bleibt ausgesprochen mild.
Der Sonntag beginnt in den Nordalpen mit stürmischem Südföhn, die Wolken werden vom Wind immer wieder aufgerissen, sodass zumindest zeitweise die Sonne hervor kommt. Im Tagesverlauf zieht eine Kaltfront von Nordwesten her über die Alpen, sie beendet den Föhn und bringt Niederschläge. Dabei dürfte die Schneefallgrenze von 1500 m zumindest im Nordwesten unter 1000 m absinken.

Fazit

Während man sich in den nordöstlichen Mittelgebirgen auf viele Wolken und Niederschlag einstellen muss, kann man am Alpenrand am Freitag und Samstag mit Sonne und frühlingshaften Temperaturen rechnen. Dort wo der Schnee wieder abgeschmolzen ist muss man sich auf feuchte, bzw. matschige Wegverhältnisse einstellen, was dichte Wanderschuhe mit gutem Profil und Teleskopstöcke unbedingt empfehlenswert macht.
Für Skitouren muss man wiederum möglichst hohe Ausgangspunkte anvisieren. Die stark durchfeuchte und in den Hochlagen windgepresste Schneedecke ist beim Abfahren aber ziemlich unfallträchtig. Deshalb sollte man nur mit entsprechend guter Skitechnik Skitouren unternehmen. Bis die Temperaturen wieder deutlich zurück gehen und sich die Schneequalität dann hoffentlich endlich wieder verbessert, sind Schneeschuh-Touren im Zweifelsfall eine bessere Alternative.
Und egal ob mit oder ohne Ski … die Lawinengefahr dürfte auch am Wochenende noch etwas angespannt bleiben.

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