Bergbericht – So wird´s am Wochenende

Nach der langen Wärmephase hat sich der Winter in den Bergen sowohl optisch als auch von den Temperaturen her wieder zurück gemeldet. Zum Skitourengehen reichen die Neuschneemengen in den Mittelgebirgen und am Alpenrand leider meist noch nicht aus.

Tourenverhältnisse
„Bis zu 25 Neuschnee und kein Steinkontakt“ von Verhältnissen wie sie laut einem Foreneintrag derzeit im Schwarzwald an der Hornisgrinde (1164 m) herrschen, können oberbayerische Skitourengeher nur träumen. Die meisten anderen deutschen Mittelgebirge präsentieren sich zwar auch wieder weiß, doch die Schneelage reicht zum Beispiel auch im Bayerischen Wald nicht zum Skitourengehen aus.
Am bayerischen Alpenrand sind Skitouren wenigstens teilweise in den Allgäuer Alpen von hoch gelegenen Ausgangspunkten, wie dem Kleinwalsertal, dem Gunzesrieder Tal oder dem Tannheimer Tal aus wieder möglich. Dort sind Alm- und Forststraßen oft ausreichend schneebedeckt, um in Höhen zu gelangen, wo (ab ca. 1400 m) genug Schnee auch im freien Gelände liegt. Ab dieser Höhe findet man oft eine zwar eher dünne, aber gut verfestigte Altschneeschicht, auf der man nicht zum Boden durchbricht. Darauf liegt etwas Neuschnee. Auf Steine und Baumstümpfe muss man natürlich dennoch achten. Zudem sind Bachquerungen oft noch schneefrei.
Am Alpenhautkamm hat wieder einmal das Wallis (mit bis zu einem Meter im nördlichen Unterwallis) am meisten Neuschnee in den vergangenen Tagen abbekommen. Am Stubaier Hauptkamm fielen nur wenige Zentimeter, wohingegen der Nordosten Südtirols teils über 30 cm Neuschnee erhielt. Diese Neuschneesummen spiegeln sich auch recht gut in der aktuellen Lawinensituation wieder.

Lawinenverhältnisse

Während in den neuschneearmen Bayerischen und Tiroler Alpen am Donnerstag mit Stufe zwei eine „mäßige“ Lawinengefahr herrschte, wurde diese in weiten Teilen der Schweiz, in Vorarlberg, am Südtiroler Hauptkamm und in den Dolomiten, sowie in den Hohen Tauern als „erheblich“ (Stufe 3 ) eingestuft.
Der Neuschnee dieser Woche wurde vom starken Wind aus wechselnden Richtungen verfrachtet und es entstanden verbreitet störanfällige Triebschneeansammlungen. Gebietsweise wurden die Triebschneeansammlungen wieder überschneit und sind dadurch schwer zu erkennen. In tiefen Schichten der Schneedecke sind zudem oft noch kantig aufgebaute Schwachschichten vorhanden, dies besonders an Nordhängen oberhalb von 2200 m sowie an Südhängen oberhalb von rund 2800 m.
Mit tiefen Temperaturen und mäßigem bis starkem Nordwind kann sich die Schneedecke am Donnerstag nicht verfestigen. Die Lawinengefahr bleibt also bestehen.

Wochenendwetter

Mittelgebirge:
In der Eifel und im Rothaargebirge gibt es in den kommenden Tagen einen Mix aus Sonne und Wolken, am Sonntag kann auch wieder Schnee fallen. Die Höchsttemperaturen liegen am Kahlen Asten (841 m) bei -3°
Dasselbe gilt für den Harz. Die Maximaltemperaturen am Brocken (1141 m) liegen dabei noch etwas tiefer.
Auch im Elbsandsteingebirge wird das Wochenende eher wolkenreich, mit Schnee am Sonntag. Auf dem Großen Zschirnstein (560 m) pendeln die Höchsttemperaturen um -2°C.
Im Bayerischen Wald gibt es in den kommenden Tagen ebenfalls etwas Schnee, wenig Sonne und viele Wolken. Am Großen Arber (1456 m) liegen die Maximalwerte um -8°C.
Ähnlich verläuft das Wetter im Schwarzwald. Am Feldberg (1493 m) liegen die Maximalwerte bei -9°C.
Alpen: In den Nord- und teils auch in den Zentralalpen dominieren am Freitag Wolken dazu weht kräftiger, kalter Wind aus Nord bis Nordost. Die Sichten sind teils eingeschränkt und zeitweise sind auch wieder schwache Schneeschauer möglich. Südlich des Hauptkamms kann es g auch sonnig auflockern. Die Temperatur auf 200 m liegt bei -10°C.
Vor allem im Norden bleibt es am Samstag trüb, kalt  und windig und es kann zeitweise ein wenig schneien. Sonnige Auflockerungen sind selten und meist nicht von Dauer. Im Süden ist es deutlich freundlicher und meist trocken.
An dieser Grundsituation ändert sich am Sontag wenig.
In den Westalpen dürfte das Wochenendwetter im Großen und Ganzen etwas freundlicher ausfallen.

Fazit

Am kommenden Wochenende muss man sich aufgrund der Kombination von kalten Temperaturen und teils kräftigem Wind bei Bergtouren wirklich warm anziehen.
Nach wie vor sind aufgrund der nach wie vor sehr unterdurchschnittlichen Schneelage Winter(berg)wanderungen und Schneeschuhtouren in den meisten Deutschen Gebirgen am sinnvollsten.
Wer ein vielleicht verlängertes Skitourenwochenende am Alpenhauptkamm anvisiert, sollte von der Lawinengefahr her in den kommenden Tagen besser die Stubaier Alpen anvisieren. Dort kann man unter anderem im Alpenverein Bergsteigerdorf Schmirn und Valsertal oder auch im Obernbergtal die eine oder andere Tour mittlerweile unternehmen. Auch im Pflersch- und Ridnauntal dürfte ausreichend Schnee für Skitouren liegen.

Auch für die kommenden Tage haben wir 15 Touren auf alpenvereinaktiv.com für euch zusammengestellt.