Bergbericht – So wird´s am Wochenende

Das kommende Wochenende verspricht zumindest am Samstag einen einigermaßen stabilen Bergtag. Auf den höchsten Gipfeln des Alpenhauptkamms herrschen für Anfang August erstaunlich winterliche Tourenverhältnisse.

Tourenverhältnisse

Das niederschlagsreiche Wetter sorgt weiterhin für verbreitet nasse und rutschige Wegverhältnisse. Das gilt insbesondere für Erdwege und Wiesenpfade. Flache Almwiesen sind oft sehr matschig. Bachüberquerungen können aufgrund der hohe Wasserstände hier und da heikel sein.
Im Hochgebirge haben der Wochenanfang und auch der heutige Donnerstag oberhalb von etwa Dreitausend Metern Neuschnee gebracht. Daher sind die Gletscher (wie zum Beispiel am Rheinwaldhorn/ Adula Alpen) für Anfang August weiterhin außergewöhnlich gut eingeschneit. Im Umkehrschluss können hoch gelegene Grattouren eine eher geringmächtige Neuschneeauflage aufweisen.
Solche größere Unternehmungen sind allerdings nur am Samstag und das eher in den Ostalpen möglich, wie wir im Folgenden sehen werden.

Wochenendwetter

In der Eifel und im Sauerland bringt ein windiges Wochenende vor allem am Freitag Regenschauer, wohingegen am Samstag und Sonntag auch sonnige Abschnitte zu erwarten sind. Mit Regenschauern muss man aber immer rechnen. Auf dem Kahlen Asten (841 m) liegen die Höchsttemperaturen um 15°C.
Im Harz ist bereits der Freitag deutlich trockener, aber am Samstag und Sonntag ist es auch dort grundsätzlich unbeständig und vor allem am Sonntag sehr windig. Die Höchsttemperaturen am Brocken (1141 m) pendeln um kühle 14°C.
Freundlicher ist es vor allem am Samstag und Sonntag im Elbsandsteingebirge. Die Höchsttemperaturen am Großen Zschirnstein (560 m) liegen zwischen 19°C am Freitag und 22°C am Samstag.
Auch im Bayerischen Wald bringt der Samstag wohl die besten und sonnigsten Verhältnisse. Am Freitag und Sonntag muss man verbreitet mit Regenschauern rechnen. Auf dem Großen Arber (1456 m) liegen die Höchsttemperaturen zwischen 11°C (Freitag und Sonntag) und 18°C am Samstag.
Im Schwarzwald bringt der Sonntag die meiste Sonne. Am Freitag und Samstag ist es instabil mit Regenschauen. Die Tageshöchsttemperaturen steigen am Feldberg (1493 m) auf 15°C am Samstag.

Vor allem im nördlichen Alpenvorland und entlang der Nordalpen verläuft der Freitag eher bewölkt und relativ kühl, es kommt immer wieder zu Schauern. Am Alpenhauptkamm dürfte es in der ersten Tageshälfte Auflockerungen geben. In den Südalpen scheint die Sonne am Vormittag weitgehend ungetrübt. In den Zentral- und später Südalpen bilden sich im Tagesverlauf aber ebenfalls stärkere Quellungen.
Am Samstag sorgt Föhn in den Nordalpen für Sonnenschein, allerdings weht ab den Mittagsstunden starker, in Gipfellagen und Föhnschneisen stürmischer Südwind. In den Südalpen zieht es hingegen von Westen rasch zu. Die Nullgradgrenze liegt bei 4000 m.
In der Nacht auf Sonntag erfasst eine Kaltfront den Westen der Ostalpen mit starken Regen und einer markanten Abkühlung. Von der Ostschweiz bis in die Ennstaler Alpen beginnt der Tag am und vor allem nördlich des Hauptkamms mit dichten Wolken und ein wenig Regen, südlich des Hauptkamms ist es aufgelockert bis stark bewölkt. Im Westen der Ostalpen wird der Regen am Vormittag und über Mittag kräftiger. An der Alpensüdseite steigt nach ein paar Sonnenstunden die Gewitterneigung markant an. Die Front zieht sehr langsam ostwärts, am Nachmittag verlagert sich der Regenschwerpunkt dennoch in den Osten der Ostalpen.
In den Westalpen verlaufen Freitag und Samstag generell unbeständiger und wolkenreicher als in den Ostalpen, während es am Sonntag hinter dem Durchzug der Kaltfront schnell aufreißt.

Fazit

In den meisten Deutschen Mittelgebirgen bringt das Wochenende brauchbare Tourenbedingungen, wobei man weiterhin mit Regenschauern und rutschigen Wegeverhältnissen rechnen muss. Deshalb ist es bestimmt kein Luxus, Teleskopstöcke für Abstiege auf Wiesenpfaden mitzunehmen.
Nach wie vor sollte man sich sowohl in den Mittelgebirgen als auch in den Alpen vorab erkundigen, ob Wegabschnitte aufgrund der zurückliegenden Unwetter gesperrt sind. Informationen hierzu gibt es unter anderem bei Fremdenverkehrsämtern, Hüttenwirten oder im Internet unter www.alpenvereinaktiv.com bei „Aktuelle Verhältnisse“.

Im Deutschen Alpenraum und in den Ostalpen sollte man den Samstag für eine Bergtour nutzen, muss sich aber in den Hochlagen auf starken Wind einstellen.
An diesem Tag sind durchaus auch alpine Klettertouren machbar, wobei man möglichst südseitige Routen auswählen sollte, welche zudem erfahrungsgemäß schnell abtrocknen.
Auch Hochtouren kommen am Samstag durchaus in Frage, wobei man oberhalb von etwa 3200 Metern damit rechnen muss, dass Felspassagen eine wohl eher geringe Neuschneeauflage aufweisen.
Wer unbedingt am Sonntag eine Bergtour unternehmen möchte, kann sich schließlich in Richtung Westen hin orientieren, wo es ab der Ostschweiz bereits vormittags wieder auflockern soll.

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